Nördliches England und schottische Highlands

Wenn einer eine Reise macht, dann .......

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Jakion
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Nördliches England und schottische Highlands

#1 Beitrag von Jakion » Mo Sep 12, 2016 9:31 pm

Hallo Transisti,

mit der Fähre Rotterdam/Hull (P&O) oder Amsterdam/Newcastle (DFDS) und schon über York Scarborough, Berwick Upon Tweed, Edinburgh nach Inverness. Dort haben wir zwei Dinge entdeckt:

1. Eine Transit-Verbotszone! :schockiert:
2. Das Fossil des Ungeheuers von Loch Ness! :kaffee2:

Ich glaube, darum war der Nessie-Jäger ein wenig verschnupft, als ich ihn darauf aufmerksam machte - kein Wunder, seit 1991 sitzt er dort! http://www.suedkurier.de/nachrichten/pa ... 65,8011561

England und Schottland ist eine Reise wert und Haggis ist deutlich besser als Porridge :irre:

So long

Jakion

PS: und noch was haben wir entdeckt - einen irre großen Haufen voll netter, aufgeschlossener, hilfsbereiter, quasselnder Engländer, Schotten und vermutlich auch Waliser und Iren - nicht nur wegen Ismael - kaum steht man 3min mit der ausgebreiteten Karte irgendwo, eilt schon jemand herbei - und fragt nicht nur nach dem Weg! So lovely, indeed!

PPS: Der Reisende sollte sich entscheiden, ob er ruhige, romantische Landstriche aufsuchen möchte, oder quirlige (Groß-)Städte - beides zusammen könnte anstrengend sein. York und Scarborough sind touristisch voll erschlossen, Durham und Berwick lassen den Reisenden ins authentische England eintauchen. Edinburgh und Inverness laden zum Nachtleben ein. Wandern rund um Glencoe sollte vorher gut geplant sein: es gibt einige Strecken, auf denen sich die Wanderer fast schon drängeln. Ein wenig mehr Abseits könnte durchaus schnell Linderung bringen und das vielleicht heißersehnte Abgeschiedensein erbringen. Die kargen Highlands laden ohnehin zu melancholischen Gedanken ein.

Ein Tipp noch zu den Hunderten von Burgen: fast alle verlangen Eintritt, i.d.R. 8 Pfund (10 Euro) für 15minütiges Ruinen besichtigen. Daran sieht sich der Reisende schnell satt und die Bilder werden immer ähnlicher. Lieber eine Auswahl treffen oder sich ein, zwei intakte Burgen ansehen - die anderen können, meist in wilder Landschaft frei stehend, gut fotographiert werden. Einfach nach einer Lücke in der Mauer suchen oder weiter weg gehen - ZOOM, ZOOM. Auch bei den Museen sollte vorab geprüft werden, ob sich das meist hohe Eintrittsgeld lohnt - es gibt Unterhaltungsmuseen und echt gute Museen. Die Nationalmuseen sind meist kostenlos - benötigen aber Zeit - mind. einen halben Tag sollte sich für die National Gallery of Scotland in Edinburgh genommen werden.

Zum Essen: Fish&Chips sind ein Muss - am Besten dorthin, wo das Fett frisch riecht, wo Leute anstehen und wo Mutti hinterm Tresen steht - die Preisspanne reicht von 6-15 GBP. Unbedingt morgens an ein Full English / Scottish Breakfast gelangen - das hilft durch den Tag, der ohnehin mit Sandwiches, Pies (Beef and Kidney meint nicht die Bohnen) oder Walker Crispies (Salt and Vinegar) durchzogen ist. Erst abends kommt der Reisende soweit zur Ruhe, dass er wieder aufnahmefähig ist. Wer dann noch ein solches Restaurant findet, kann sich glücklich schätzen: http://www.sevenstarsinn.co.uk/restaurant.html

Übrigens finden sich immer wieder Pubs mit handgezapften Ales (wirklich mit einer Pumpe) - diese schmecken von grausig bis lecker, aber bei unter 4% lässt es sich herrlich probieren. Bloodpudding and Haggis - beides soll scheusslich sein und ist es nicht - insbesondere das Haggis hat sich als echter Leckerbissen entpuppt - zu dem Fleischgemisch wird Hafer, bzw. Hafergrütze zugesetzt, was dem Ganzen eine feste, angenehme Konsistenz verschafft und mit der wirklich guten Würzung richtig schmeckt. Übrigens: i.d.R. ist das Essen in UK ungesalzen und wenig gewürzt. Also einfach wortlos zu Salz, Pfeffer und Essig greifen, wenn es dem Continental zu wenig Pfiff hat.

Ach so, wegen des schottischen Pfunds? Ja, in der Tat gibt es Banknoten von der Royal Bank of Scotland, der Bank of Scotland und der Clydesdale-Bank - drei verschiedene Scheine, die aber in England nicht akzeptiert werden - im Gegenzug geht das Gerücht, das GBP würde nicht in Schottland akzeptiert werden - dem war nicht so.
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Zuletzt geändert von Jakion am Fr Mär 03, 2017 8:59 am, insgesamt 1-mal geändert.

flair96
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Re: Nördliches England und schottische Highlands

#2 Beitrag von flair96 » Fr Dez 02, 2016 2:55 pm

Danke für deinen Bericht. Bei uns soll es nächstes Jahr nach Schottland gehen. Da ist das Lesen solcher Reiseberichte Vorfreude pur. :winken:
Gruß Holger

Matthias (aus Hessen)
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Re: Nördliches England und schottische Highlands

#3 Beitrag von Matthias (aus Hessen) » Fr Dez 02, 2016 4:15 pm

:applaus:
Gruß

Matthias (aus Hessen, dermitdemrotenNuggetmitdenzweiFootprintsaufderHaube)


Wer mit Gott sprechen möchte sollte beten,
wer ihn persönlich treffen will
kann während der Fahrt eine SMS schreiben.

Kiesi
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Re: Nördliches England und schottische Highlands

#4 Beitrag von Kiesi » Fr Dez 02, 2016 5:27 pm

Schöner Bericht, war dieses Jahr auch dort (allerdings mit Mietwagen). Ist definitiv eine Reise wert und kann dir bzgl. Haggis nur zustimmen!
Transit MK2, ehem. Katastrophenschutz, Fensterbus, langer Radstand, 2 Liter Benziner mit 57kw

Funkyfallk
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Re: Nördliches England und schottische Highlands

#5 Beitrag von Funkyfallk » So Dez 04, 2016 8:51 pm

Hört sich richtig gut an. Das kommt mit auf die Liste (Obwohl, eig steht eh fast jedes europäische Land drauf :))

Wie sieht es dort mit Freistehen aus?

Jakion
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Re: Nördliches England und schottische Highlands

#6 Beitrag von Jakion » Fr Dez 09, 2016 5:53 am

Hallo FunnyFallk,

offiziell ist freistehen / wild campen nicht erlaubt - auch dadurch, dass es praktisch jedes Grundstück jemanden gehört. I.d.R. ist es so: Wer sich ruhig, ordentlich verhält und am Straßenrand in einem Dorf in seinem Wagen schläft - ohne am Morgen die Campingausstattung auszupacken, wird sicherlich nicht behelligt werden. Im Gegenteil: Wird die Polizei auf einen aufmerksam, muss man mit einem aufklärenden Gespräch über Sicherheit rechnen sowie Kontrollbesuchen, ob es einem gut geht.

Auf dem Land fällt ein freistehender Wagen naturgemäß stärker auf: Sofern es nicht die Parkbucht an der Straße ist, siehe Hinweis zum Parken an der Dorfstraße, ist es ohnehin absolut notwendig, den Landbesitzer zu fragen, ob man auf seinem Grundstück parken und übernachten darf - was i.d.R. ohne Probleme genehmigt wird, mit der Bitte, nicht laut, auffällig und müllhinterlassend tätig zu werden.

Eine sehr gute Alternative zu den beiden Campingclubs (https://www.visitengland.com/de/planen- ... zeltplatze#/) sind übrigens die Farmers-Motorhome-Campingsites - organisiert in Verbänden. Der Größte (Oh Mann, ich finde die Adresse nicht mehr) bietet 3000 Adressen von Bauerhöfen in ganz UK - allerdings muss, wie bei allen Campingclubs eine Gebühr für die Adressliste entrichtet werden - und die Rabatte oder Zutritte können sich nach der Clubzugehörigkeit richten. Diese Farmer-Campingplätze sind rein private Stellplätze und sehr klein.
Da die Mitgliedschaft meist bei 60-80 Euro Jahresbeitrag liegt, stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, für alle Clubs diese abzuschließen oder einfach auf gut Glück loszufahren und was zu finden - ggf. kostet der Platz dann 5-8 Pfund mehr. An einigen Stellen gibt es sogar Wohnmobilstellplätze auf den Parkflächen von Städten oder touristischen Gebieten.

http://www.ukcampsite.co.uk/ - einfach mal stöbern und Berichte lesen, viel Spass und Grüße

Jakion

Funkyfallk
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Re: Nördliches England und schottische Highlands

#7 Beitrag von Funkyfallk » Mo Dez 12, 2016 5:36 pm

Hallo jakion,

danke für die ausführliche Antwort und den Link. Werde ich mir mal anschauen :)

Viele Grüße
Hendrik

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