Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

Alles was sonst noch am Transit mit Technik zu tun hat

Moderator: Highlander

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Jakion
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Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#1 Beitrag von Jakion » Fr Sep 09, 2016 9:07 pm

Hallo Transisti,

Schlüssel ins Schloss, gedreht, Druck auf den Knopf und nichts geht - zwei Stunden vorher ging das Schloss noch ohne Probleme zu, jetzt nicht mehr auf - nehme ich gleich zum Anlass, die Reparatur zu dokumentieren:

1. Türverkleidung abbauen: Armlehne abschrauben, Clips vorsichtig abheben (es gibt neue beim Autoteilehändler für kleines Geld), Seitenverkleidung abnehmen, Dichtfolie im oberen Bereich des Schlosses vorsichtig öffnen (kann mit Doppelklebeband wieder verschlossen werden), schon ist das Schloss komplett zugänglich.
2. Die blauen Clips vom Bügel drücken, dann kann der gebogene Teil des Bügels leicht aus der Bohrung gezogen werden.
3. Schraube vom Griffarm ganz lösen, vom Schlossteil reicht Lockern der Schraube, es ist ein Langloch, keine Bohrung dahinter. Der Griff kann jetzt komplett seitlich weggezogen und dann aus der Schlossbohrung gezogen werden. Voila - schon ist das Prachtstück in der Hand.
4. Inspektion des Schadens: Hier war der Umlenkbügel gebrochen. Da der Griff aus Zink-Druckguss besteht, weder Schweißen, Löten, Kleben erfolgreich. Hier hilft nur ein neuer Griff. Daher weiter im Prozedere:
5. Sprengring abnehmen
6. Scheibe mit Clip abnehmen - ursprünglich zeigte die Seite mit dem Haltebogen nach außen
7. Feder entnehmen
8. Sperrhülse mit kleiner Flachzange nach außen drücken, dann mit Austreiber oder kleinem Nagel ganz austreiben und entfernen
9. Kleine Scheibe entnehmen - die Nase zeigte ursprünglich in Richtung Schließzylinder und erfasst eine Haltenase der Feder
10. Feder entnehmen - diese ist schon arg verrostet - da sehe ich mich nach Ersatz um, auch fehlt bereits die zweite Haltenase
11. Schlüssel ins Schloss stecken und den Schließzylinder entnehmen
12. Die Schlüsselnasen und dazugehörige Federn sehen alle gleich aus - können also zur Reinigung entnommen werden.
13. Ultraschallbad, Bremsenreiniger, Wattestäbchen - was zur Hand ist - alles reinigen. 40 Jahre altes Fett ist zäh.
14. Umgekehrter Zusammenbau.

Vorteil der Reparatur ist, dass der alte Schließzylinder verbleiben kann - ergo die alten Schlüssel. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Schlüsselnasen zwischen den Schlössern tauschbar sind, so dass ein defektes Schloss wieder repariert werden könnte.
Nachtrag: siehe Bericht unten: die Schließstücke sind austauschbar!

In meinem Fall hilft durch den Bruch des Betätigungshebels keine Reparatur, aber es reicht, einen Griff aus der Baureihe zu finden und das Innenleben umzubauen. Somit bräuchte ich keinen eigenen Schlüssel für die Fahrerseite oder gar einen kompletten Satz aller Griffe.

Viele Grüße

Jakion
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Jakion
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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#2 Beitrag von Jakion » Fr Sep 16, 2016 10:07 pm

Hallo Transisti,

habe einen neuen Griff erstanden und umgebaut - daher noch ein paar Hinweise auf Kompatibilität und Reparaturablauf:

1. Alter Schlüssel bleibt erhalten: Die internen Messingschieber waren bei zwei Schlössern in 4 Größen vorhanden:
. . Obere Stegbreiten: 1,4 / 1,9 / 2,4/ 2,9mm - die Schlitzlänge war bei allen mit 7,7mm gleich lang.
2. Das neue Schloss lässt sich auch ohne Schlüssel ausbauen: Wenn der Splint ausgebaut ist, kann der Schließzylinder gezogen werden.
3. Die Schließstücke-Reihenfolge lässt sich mit den Stegbreiten notieren, kann auch am Schlüssel erkannt werden.
4. 40 Jahre altes Fett ist so hart wie Kerzenwachs, teilweise war es auskristallisiert - wenn das Schloss anfängt zu hakeln, kann es auch daran liegen. Der Einsatz von Caramba hilft nur bedingt, da die internen Bauteile nicht erreicht werden.
5. Reinigung mit handelsüblichen Brillen-Ultraschall-Reiniger und Reinigungsbenzin
6. Einbaufett: Molycote LM47 Langzeitfett (-30-130°C)
7. Der Sicherungsring am Bolzen für den Übertragungshebel kann einfach abgezogen werden - er ist nicht in einer Nut eingefasst.

Dauer: ca. 2 Stunden

Viele Grüße
Zuletzt geändert von Jakion am Fr Sep 16, 2016 11:12 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#3 Beitrag von Highlander » Fr Sep 16, 2016 10:43 pm

Jakion hat geschrieben: 6. Einbaufett: Molycote LM47 Langzeitfett (70-130°C)

Wird der bei dir so heiß? oder hast du so warme Hände? :lachtot: :lachtot: :lachtot:


es gibt extra fett für schließzylinder, nicht harzend, wasser und korossionsbeständig und noch ein paar eigenschaften die ich nicht mehr weiß

gibbet eigentlich ein ultraschallbad wo man den ganzen transit reinbringt, wäre ab un zu von vorteil :gruebel: :ka:
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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#4 Beitrag von Jakion » Fr Sep 16, 2016 11:12 pm

Hallo Highlander,

naja, wenn die Sonne draufscheint, hat das Schloss schon 70°C und wenn dann noch die Luftreibung dazukommt - Hitzekacheln sind nur an der Front montiert - da dachte ich mir, lass ich noch ein wenig Luft nach oben. :lachtot:

Echt, spezielles Schließzylinderfett - - ich habe also alles falsch gemacht und muss das ganze Schloss nochmals zerlegen, reinigen, wieder zusammenbauen? OH NEIN - mein Leben ist die Hölle - und es wird niemals enden!

Ach, jetzt seh ich es erst - das hätte -30°C heißen sollen - ich korrigiere :blush2:

viele Grüße

Jakion
Zuletzt geändert von Jakion am Sa Sep 17, 2016 9:04 am, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#5 Beitrag von Highlander » Fr Sep 16, 2016 11:18 pm

nö, das ist zur pflege der schlösser, aber zum "einlegen" des zylinders gibt es was spezielles, wahrscheinlich nur für werkstätten, nicht für den heimwerker
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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#6 Beitrag von Jakion » Fr Sep 16, 2016 11:29 pm

Molycote LM47? :lachtot: :lachtot: :lachtot:

Okay, okay - habe einen langen Bericht gefunden, dort wird Schritt für Schritt die Reinigung eines Kofferaumschlosses dokumentiert - und da taucht ein Mercedes Benz - Fett auf:
Zitat: "Mercedes empfiehlt dazu sein Schmierfett A002 989 06 51 (Teilegruppe 23, Gewicht 64 g) zu 14,14 Euro (Stand: Januar 2013). Die Teilenummer A 001 989 51 10, die gelegentlich genannt wird, ist veraltet."

http://www.sternzeit-107.de/modules.php ... nt&sid=570

Ich glaub, ich lass das Fett erstmal drin und seh in 10 Jahren weiter. :irre:

Viele Grüße

Jakion

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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#7 Beitrag von Geissler Peter » Sa Sep 17, 2016 8:24 am

Jakion hat geschrieben:Molycote LM47? :lachtot: :lachtot: :lachtot:

Okay, okay - habe einen langen Bericht gefunden, dort wird Schritt für Schritt die Reinigung eines Kofferaumschlosses dokumentiert - und da taucht ein Mercedes Benz - Fett auf:
Zitat: "Mercedes empfiehlt dazu sein Schmierfett A002 989 06 51 (Teilegruppe 23, Gewicht 64 g) zu 14,14 Euro (Stand: Januar 2013). Die Teilenummer A 001 989 51 10, die gelegentlich genannt wird, ist veraltet."

http://www.sternzeit-107.de/modules.php ... nt&sid=570

Ich glaub, ich lass das Fett erstmal drin und seh in 10 Jahren weiter. :irre:

Viele Grüße

Jakion

alles gut und schön
aber dein transit wurde "nicht" von mercedes gebaut,sondern von ford

jeder hersteller gibt sein eigenes zu verwendendes mittel an
im schließzylinder sollte es nur einen "schmiefilm"geben oder graphit-pulver
damit die kleinteile möglichst nicht in ihrer arbeit gebremst werden
als allheil+wundermittel(trotz der vielen WD40 befürworter)ist waffenöl !!!ursprünglich bekannt von BALLISTOL
läßt sich zur pflege auch nachträlich ins eingebaute schloß einbringen
alles an bewegungs mechanik kann mit allem möglichen geschmiert werden,möglichst nicht aus mineralöl
da dieses gummi+kunstoffe angreift

das wort zum sonntag
gruß Peter

Wo ich heute nicht hinkomm, fahr ich morgen vorbei.

Jakion
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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#8 Beitrag von Jakion » Sa Sep 17, 2016 8:59 am

Hallo Peter,

hier ging es um die Grundschmierung des Schlosses nach Komplettrevision. Ich geb Dir Recht, zur Pflege kommen Deine Produkte zum Einsatz. Im Schloss selbst befinden sich nur Metallteile. Pflegemittel durch das Schlüsselloch eingebracht, erreichen maximal die Innenseite der Schließstücke.

LM47 ist ein Langzeitfett auf Molybdän-Sulfat-Basis. Es liefert einen Notschmierfilm, wenn das Schloss trocken fällt. Sollte es tatsächlich in sagen wir mal 10 Jahren Probleme machen, kann ich das Schloss einfach nochmals zerlegen und mit was anderem schmieren. :up:

Viele Grüße

Jakion

Geissler Peter
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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#9 Beitrag von Geissler Peter » Sa Sep 17, 2016 11:17 am

Jakion hat geschrieben:Hallo Peter,

hier ging es um die Grundschmierung des Schlosses nach Komplettrevision. Ich geb Dir Recht, zur Pflege kommen Deine Produkte zum Einsatz. Im Schloss selbst befinden sich nur Metallteile. Pflegemittel durch das Schlüsselloch eingebracht, erreichen maximal die Innenseite der Schließstücke.

LM47 ist ein Langzeitfett auf Molybdän-Sulfat-Basis. Es liefert einen Notschmierfilm, wenn das Schloss trocken fällt. Sollte es tatsächlich in sagen wir mal 10 Jahren Probleme machen, kann ich das Schloss einfach nochmals zerlegen und mit was anderem schmieren. :up:

Viele Grüße

Jakion
was soll da bei den geringen bewegungswegen einen notfall auslösen?
waffenöl beim zerlegten+gereinigten schließzylinder dürfte für ne gefühlte ewigkeit reichen
zumal wenn man vor der überwinterung nochmals nen spritzer in den zylinder einbringt
schließlich bleiben waffen damit auch auf dauer einsatzfähig
und die könnten deine oben angegebene temp spanne auch erreichen

aaaber egal,hauptsache sauber,geschmiert+das eigene gefühl,alles richtig gemacht zu haben,besitzen

das mit dem waffenöl ist nicht auf meinen mist gewachsen
ist schon öfter in den diversen oldtimer zeitungen thema gewesen
gruß Peter

Wo ich heute nicht hinkomm, fahr ich morgen vorbei.

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Re: Schloss und Riegel - MK1 Bj. 1977

#10 Beitrag von Jakion » Sa Sep 17, 2016 2:28 pm

Hallo Peter,

ich habe die Kritik an der eventuell falschen Fettwahl - statt Ford-Schlossfett Molycote LM47 zu verwenden, verstanden - aber mit dem Einwand, reines Ballistiol zu verwenden, bin ich nicht ganz glücklich - für die Pflege ja, einverstanden - eingesprüht über das Schloss pflegt es, ohne Harz oder Fett zu hinterlassen, die Schließstücke, also die kleinen Messingplättchen.

Für den Rest des Zylinders halte ich Ballistol, WD40, Caramba, Nähmaschinenöl, Graphitöl, Graphitpulver für zu gering in der Schmierwirkung, Standzeit und Konserviereigenschaft. Zudem erreicht über das Schlüsselloch eingesprüht, keines der Mittel die anderen Stellen.

Mit Notlaufeigenschaften ist bei LM47 der Graphitzusatz gemeint - an den Stellen, wo das Fett abgerieben wird, bleibt eine Schicht Graphit über, die weiterhin für Schmierung sorgt. Das wäre bei unserem Schloss z.B. die Auflagefläche des Auf-Zu-Hebels, die nur ca. 2mm dünn ist - dort schnarrt der Bügel darüber.

Ich hätte vielleicht vorher schon die Bilder zum Ursprungszustand einstellen und besser erläutern sollen. Ich hole das jetzt nach und hoffe, damit ein klareres Bild zu geben. Meine zweite Intension war übrigens, die Reparatur des Schlosses zu dokumentieren - für Kollegen, denen das hakt oder schwergängig ist.

Ich hoffe, damit wird die Angelegenheit jetzt klarer und sicherlich ist Ford-Schlossfett, wer daran gelangt, besser geeignet, als Molycote LM47 Langzeitfett. Den weiten Temperaturbereich habe ich gewählt, damit das Schloss sowohl im Winter gängig bleibt, als auch im Sommer das Fett nicht davon runtertropft, wenn das Auto in der Sonne steht.

Viele Grüße

Jakion

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