MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

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Colibri
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MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#1 Beitrag von Colibri » Mi Jul 01, 2020 12:22 pm

Hallo liebe Transit-Fahrer,

Wir fahren einen MK5 (Ford Nugget, Bj 96, 2.5 TD, 63 kW).
Ich möchte bei den hinteren Bremsen die Bremsbacken und Bremszylinder wechseln. Im Anhang befindet sich ein Foto von Bremstrommel und Bremsträger des verbauten Modells.
Hier nun meine Frage an alle MK5-Fahrer bzw. an alle, die bereits selbst Trommelbremsen erneuert haben:

Wie baut man fachmännisch die Bremstrommel dieses Modells ab? Wodurch ist die Bremstrommel bei diesem Modell fixiert?

Mir ist klar, dass Handbremse gelöst und der Seilzug entspannt sein muss, damit es möglichst keinen inneren Widerstand gibt. Allerdings weiß ich nicht, wie die Trommel bei diesem Modell fixiert ist und gelöst werden kann, bevor ich sie mit einem Holz und Hammer vorsichtig entfernen kann.

Kann mir hier jemand einen Tipp geben?

Über Eure schnelle Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
Schon einmal vielen Dank im Voraus,
Carsten
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Geissler Peter
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#2 Beitrag von Geissler Peter » Mi Jul 01, 2020 12:43 pm

guten hammer
und prellen
mit schwung zwischen die radbolzen hauen,rundum
bis die trommel ihre verbindung via rost aufgibt
gruß Peter

Wo ich heute nicht hinkomm, fahr ich morgen vorbei.

Colibri
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#3 Beitrag von Colibri » Mi Jul 01, 2020 1:36 pm

Hallo Peter,
vielen Dank für Deine schnelle Rückmeldung. Das heißt, die Trommel ist nur aufgeschoben und nicht weiter fixiert (mit einer Schraube gesichert o.ä.)?

Micha1810
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#4 Beitrag von Micha1810 » Mi Jul 01, 2020 3:12 pm

Oftmals sind die Bremstrommeln schon etwas eingelaufen. Die Bremsbacken haben dann eine Kante in die Trommel hineingeschliffen. An dieser Kante hängen die Trommeln häufig. Einen Rücksteller scheint es nicht zu geben? Oder was ist das für ein Loch über dem Bremsschlauch? Bei dem Modell habe ich das noch nie gemacht, eventuell hilft tatsächlich nur eine gesunde Kombination aus Gefühl und Gewalt.
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Colibri
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#5 Beitrag von Colibri » Mi Jul 01, 2020 9:31 pm

Hallo Micha1810,
danke für den Hinweis. Die Gummipropfen links und rechts sowie über dem ABS-Sensor könnten genau dafür da sein, die Bremsbacken mit einem Schraubenzieher zurückzustellen, damit sie nicht mehr gegen die Trommel und deren Rostkante stoßen und die Trommel leichter abgeht.

Colibri
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#6 Beitrag von Colibri » Do Jul 02, 2020 11:39 am

Nachtrag:
Was ich eigentlich nicht erwartet hatte, wenn die Bremstrommel abgenommen wurde, ist, dass die Hinterradnabenscheibe mit Radbolzen die Bremsbacken und insbesondere den Einsteller und alle Federteile usw. so gut wie verdeckt.
Ich vermute, ohne die Hinterradnabe zu entfernen, wird der Wechsel der Bremsbacken mehr als schwierig? Oder ist es doch gut machbar?
Hat jemand Praxiserfahrung: abnehmen oder mit Hinterradnabenscheibe mit Radbolzen die Bremsbacken wechseln?
Falls abnehmen: kann mir jemand einen passenden Nabenabzieher für die drei Löcher vorn empfehlen?

Das beigefügte Bild (Beispiel, nicht mein Transit) zeigt das Problem, dass nur sehr wenig Platz zum Arbeiten an den Bremsbacken vorhanden ist.
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Steffen B - 125/330
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#7 Beitrag von Steffen B - 125/330 » Sa Jul 04, 2020 10:57 am

Falls deine Bremse auch so aufgebaut ist wie auf dem Bild, ist es nicht nötig die Nabe abzuziehen.
Löse die Halter von den Bremsbacken (Vorsicht!, ist federbelastet, fliegt schnell weg)
dann kannst du die Bremsbacken unten aus der Führung hebeln und die Federn sind entlastet.
Dann erst die untere Feder raus nehmen und dann oben rum zerlegen.
Viel Platz wird dort nicht sein, musst fummeln, aber es geht.

Gruß Steffen
Life is to short for a long face :D

Urnuckel
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#8 Beitrag von Urnuckel » Sa Jul 04, 2020 11:56 am

Ohne die Spezialzange ist es eine Frickelei sondersgleichen. Man macht es aber gottseidank nicht alle 14 Tage. Die kleinen Federteller am besten mit einer langen schmalen Feststellzange vorsichtig packen. Ich hab in meine in beide Backen ein X vorne reingefeilt damit man sie schräg packen kann. Sie fallen sonst dauernd runter bis man sie endlich gesichert hat.
Blos keinen Rentnerstreß ... der frühe Vogel kann mich mal.

Reiry01
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#9 Beitrag von Reiry01 » Mi Aug 05, 2020 12:59 pm

Lustig ich habe das gleiche vor, auf deinem Bild ist aber nach der Nomenklatur hier ein MK4 oder? ich verwechsle das auch immer. Was die Hinterachse betrifft, die Trommelbremsen sind bei mir auch dran?? schicke mal Fotos hier rein wie du das gemacht hast. Scheint ein echter ackt :kaffee2: zu sein...
so long :cooler:

Colibri
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Re: MK5: Wie löst man die Bremstrommeln der Trommelbremse

#10 Beitrag von Colibri » Mo Aug 31, 2020 2:18 pm

Hallo,

aufgrund der Ferienzeit meine leider nun etwas verspätete Rückmeldung: Die Bremsbacken und Bremszylinder der Hinterachse hatte ich erfolgreich gewechselt. Der Bremsentest der HU-Nachprüfung verlief tadellos.
Die Lernkurve war bei mir groß. Das Entfernen der Trommel war das geringste bzw. gar kein Problem: mit Fäustel, Holzkeil und ein paar dosierten Schlägen gegen die Kante der Trommel an allen Seiten (weg von der Achse, nach außen) konnte die Trommel nach Sekunden entfernt werden. Die Trommel der anderen Seite war dadurch überraschenderweise gleich mit gelöst und konnte gleich abgezogen werden.

Ein großes Dankeschön nochmals an diejenigen mit konstruktiven Tipps und Hinweisen!

Nachstehend Notizen und Fotos, die vielleicht anderen Hobbyschraubern helfen.

Colibri

Meine wichtigsten Utensilien bei der Arbeit:

• Handy (zum Fotografieren und Abgleich der Position der Bauteile bei Wiedereinbau) und für Notizen (z.B. Anzahl der Stufen der Festellbremse bis Bremse anfängt zu greifen/vollständig Hinterachse blockiert; gemessener Abstand Festellbremsgriff zur Fußmatte bei vollständig fixierter Hinterachse) sowie zur Durchsicht von relevanten allgemeinen Montage-Videos (youtube)
• Permanentstift zum Markieren der Position von Bremstrommeln zu Radnabenscheiben vor Arbeitsbeginn, damit beide Bremstrommeln zurück an die gleiche Seite und Position wandern
• 5 Werkzeuge eines 15-teiligen Trommel- und Scheibenbrems-Werkzeugsets (hatte ich extra noch besorgt, online für 70€) für die De- und Montage der Rückzugsfedern (!), fürs Abraspeln des Lacks der neuen Bremsbacken an den Stellen, an denen Handbremshebel und Nachstellung wieder frei beweglich angebracht werden müssen, fürs Lösen der Entlüfterschrauben beim Entlüften
• Akkuschrauber mit Drahtbürstenaufsätzen zum Reinigen der Bremstrommeln (außer des Bereichs wo die Backen greifen), der Trägerplatte, von Handbremshebel und den Komponenten der automatischen Nachstellung, welche wieder verbaut werden mussten, da sie nicht im Bremsbacken-Kit Pro enthalten waren
• Bremsbackensatz KIT PRO inkl. Bremszylinder, Rückzugsfedern, Niederhalter und Montagezubehör, leider ohne Nachstellung
• Antiquietschpaste, Kupferpaste, Bremsflüssigkeit (ich hatte anschließend die Bremsflüssigkeit des ganzen Systems ausgetauscht, da ich danach noch den Bremskraftverstärker ausgebaut und überholt hatte (siehe viewtopic.php?f=48&t=19165&p=131155#p132377)
• Drahtbürsten, Bremsenreiniger, Schleifpapier, Auffangwanne und Wachstuch ( damit der Boden nicht durch Bremsenreiniger, Bremsflüssigkeit etc. verunreinigt wird), Arbeitshandschuhe


Kniffligste Sachsen:
• Rückzugsfedern de- und montieren (dank der Spezialtools dennoch einigermaßen gut machbar)
• Montage von Handbremshebel und Nachstellung an den Bremsbacken (ich versteh nicht, warum die Bolzen der neuen Bremsbacken so dick lackiert sein müssen, an denen Handbremshebel und Nachstellung angebracht wird, so dass diese nicht passen; Achtung: nicht mit Gewalt raufhämmern, sonst wird der Bolzen von der Bremsbacke gelöst; und beweglich sind die Komponenten dann auch nicht. Ich habe zum Abfeilen des Lacks eine grobe Raspel verwendet)
• Einstellen der Bremse nach Einbau der neuen Komponenten: Nach Abschluss der Arbeiten und dem Aufziehen der Bremstrommeln stellte ich bei Bedienung der Festellbremse fest, dass diese jetzt viel später als zuvor greift (mehr Stufen notwendig, größerer Abstand zwischenn Griff und Fußmatte) und nicht vollständig die Hinterachse blockiert. Also nochmals Bremstrommeln abgezogen, obere Rückzugsfedern nochmals gelöst, dann die Position der Nachsteller korrigiert, jetzt war es etwas kniffliger die Trommel über die Bremsbacken zu bekommen. Der Erneute Test der Handbremse war dann zufriedenstellend: weniger Klicks und geringerer Abstand als anfangs vor Beginn der Arbeiten gemessen. Über die mit Gummipfropfen versehenen Öffnungen an der Grundplatte gelang es mir übrigens nicht den Nachsteller entsprechend einzustellen.
• Beim Säubern der Trommeln hatte ich die Markierungen für die richtige Seite und Position nahezu mit entfernt. Also Obacht im Arbeitseifer.
• Der eigentliche Ärger beim ganzen Projekt und Frustration kam völlig unerwartet erst am Ende beim Entlüften auf: die Entlüfterschraube der Scheibenbremse vorne links war dermaßen festgerostet, dass ich zum Lösen beinahe mehr Zeit benötigte als für die gesamten Bremsenarbeiten. Da ich jedoch das ganze System entlüften musste (Austausch der Bremsflüssigkeit, Arbeiten am Bremskraftverstärker) kam ich nicht drumherum. Spezialschlüssel für Entlüfterschrauben, Hitze (ich hatte leider nur einen Fön), WD40, Entroster über Nacht, Prellen, Wasserpumpenzange - es half alles nichts. Ratzfatz war das Sechskantprofil der Schraube rund. Ich bohrte dann ein Loch quer durch die Entlüfterschraube, um mit einem Inbusschlüssel und alten Bohrern einen Hebel an der Entlüfterschraube anzusetzen. Diese brachen jedoch ab oder verbogen sich. Letztlich klappte es erst einen Tag später mit einer Graphitlösung, die ich zuvor alle paar Stunden anpinselte und über Nacht einwirken ließ, nach erneutem Prellen und mit einer Schlüsselgröße kleiner, die irgendwie über das runde Sechskantprofil pressen/hämmern konnte. Nach diesem Albtraum habe ich alle Entlüfterschrauben, auch die der neuen Bremszylinder hinten, nochmals entfernt, deren Gewinde mit Kupferpaste versehen und nach dem Entlüften von außen mit Seilfett bestrichen, in der Hoffnung dass mir so ein Albtraum zukünftig erspart bleibt. Weiterhin werde ich wohl geraume Zeit vor dem nächsten geplanten Entlüften Graphitlösung auftragen.


TS_brake-drum-work.jpg


@ Reiry01: Ja, nach deutschsprachiger Nomenklatur zählt das Baujahr 1996 zu MK4, nach englischsprachiger/Uk Nomenklatur zu MK5.
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