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MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Do Jul 02, 2020 11:14 am
von Colibri
Hallo,
bei der letzten HU griff der Prüfer plötzlich nach dem zweiten Metallfolienstreifen am Bremskraftverstärker, riss ihn runter und sagte: „Der Bremskraftverstärker ist korrodiert. Hier kann man nicht nur Rostumwandler verwenden, sondern er muss komplett ausgetauscht werden. “ Ich habe die HU-Plakette nicht erhalten: "Bremskraftverstärker korrodiert, DF1.1.10 (EM)".

Hintergrund: Als wir 2014 unseren gebrauchten MK5 (Ford Nugget, BY 96, 2,5 TD, 63 kW) kauften, war einer der fünf Metallfolienstreifen am Bremskraftverstärker bereits abgelöst und an dieser Stelle befand sich dieser Rostfilm. Seitdem haben wir die HU dreimal bestanden (2014, 2016, 2018) und kein Prüfer hat sich jemals um diesen Rostfilm gekümmert, der sich nicht verschlimmert hat und auch keine Blasen bildet.

Da der Bremskraftverstärker (mit Bremsassistent / ABS) einwandfrei funktioniert, möchte ich ihn nur ungern für Materialkosten von ca. 400 € (neu) ersetzen oder für 80 € (wahrscheinlich auch mit Rostfolie darunter) - ganz zu schweigen von den Material- und Arbeitskosten in einer KFZ-Werkstatt. Außerdem bin ich der Ansicht, dass korrodiert im Sinne von durchrostet ein Unterschied ist zu Flugrost bzw. Rostansatz, was wohl bei älteren Autos beinahe an jedem Bauteil der Fall ist.

Ich denke darüber nach, den Rost an der Stelle abzuschleifen, einen Rostumwandler zu verwenden und dann die Stelle entweder schwarz zu streichen oder einige dieser Metallfolienstreifen wieder anzukleben (falls irgendwo erhältlich) und dann für die NAchuntersuchung Untersuchung zu einer anderen HU-Stelle zu gehen.

Bin ich zu naiv?
Was würdet ihr tun?
Hatte jemand schon mal das gleiche Problem?
Kann man diese Art von Metallfolie irgendwo kaufen?

Vielen Dank für Ihr Feedback im Voraus!

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Do Jul 02, 2020 1:16 pm
von Geissler Peter
Colibri hat geschrieben:
Do Jul 02, 2020 11:14 am
Hallo,
bei der letzten HU griff der Prüfer plötzlich nach dem zweiten Metallfolienstreifen am Bremskraftverstärker, riss ihn runter und sagte: „Der Bremskraftverstärker ist korrodiert. Hier kann man nicht nur Rostumwandler verwenden, sondern er muss komplett ausgetauscht werden. “ Ich habe die HU-Plakette nicht erhalten: "Bremskraftverstärker korrodiert, DF1.1.10 (EM)".

Hintergrund: Als wir 2014 unseren gebrauchten MK5 (Ford Nugget, BY 96, 2,5 TD, 63 kW) kauften, war einer der fünf Metallfolienstreifen am Bremskraftverstärker bereits abgelöst und an dieser Stelle befand sich dieser Rostfilm. Seitdem haben wir die HU dreimal bestanden (2014, 2016, 2018) und kein Prüfer hat sich jemals um diesen Rostfilm gekümmert, der sich nicht verschlimmert hat und auch keine Blasen bildet.

Da der Bremskraftverstärker (mit Bremsassistent / ABS) einwandfrei funktioniert, möchte ich ihn nur ungern für Materialkosten von ca. 400 € (neu) ersetzen oder für 80 € (wahrscheinlich auch mit Rostfolie darunter) - ganz zu schweigen von den Material- und Arbeitskosten in einer KFZ-Werkstatt. Außerdem bin ich der Ansicht, dass korrodiert im Sinne von durchrostet ein Unterschied ist zu Flugrost bzw. Rostansatz, was wohl bei älteren Autos beinahe an jedem Bauteil der Fall ist.

Ich denke darüber nach, den Rost an der Stelle abzuschleifen, einen Rostumwandler zu verwenden und dann die Stelle entweder schwarz zu streichen oder einige dieser Metallfolienstreifen wieder anzukleben (falls irgendwo erhältlich) und dann für die NAchuntersuchung Untersuchung zu einer anderen HU-Stelle zu gehen.

Bin ich zu naiv? SORRY ja, in meinen augen
Was würdet ihr tun?
Hatte jemand schon mal das gleiche Problem?
Kann man diese Art von Metallfolie irgendwo kaufen?

Vielen Dank für Ihr Feedback im Voraus!
wenn da schön länger rost dran ist+du es auch gewußt hast,bist du selber schuld
das ist kein rostFILM,das ist schon richtig rost!!
gleich zu anfang endrostet+farbe drauf+du hättest heute keinen grund zu jammern
die folie war vermutlich schon vom rost etwas "gelöst",so das es dem aufmersamen tüfer ins auge sprang
keiner weiß wie tief der rost drin sitzt+wann es durchbricht,hoffendlich nicht bergab in eine ortschaft hinein
ich vermute mal das das alu folien zeug nen hitze schutz darstellt

wenn ich das hier lese+den fred zur hinterbremse dazu nehme
bin ich nicht davon überzeugt,das du der richtige bist um an der bremse zu schrauben :ka: :klugscheisser:

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Fr Jul 03, 2020 5:24 pm
von Colibri
Hallo,
noch einmal die Frage in die Runde: Hat jemand von Euch konstruktive Tips zur selbstständigen Behebung des Problems?
Danke im Voraus

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Fr Jul 03, 2020 8:45 pm
von Steffen B - 125/330
Hallo Colibri,

Ich würde dir empfehlen den BKV zu tauschen, bzw. tauschen lassen. Es macht wenig Sinn mit einem Prüfer darüber zu diskutieren.
Vlt versuchst du das mit dir selbst mal zu vereinbaren ob du dieses Risiko weiter eingehen möchtest. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass ein Tritt ins Leere auf das Bremspedal kein schönes Gefühl ist.

Ersatzteile gibt es gebraucht z.B. in der Bucht, bzw. bei einem Autoverwerter in deiner Nähe.
Es lohnt auch ein Blick in gängige Internet-shops, die BKV sind nicht wirklich teuer. (gebraucht ab ca. 40,-€, neu ab ca. 100,-€) das wäre mir die Sicherheit im und am Auto immer wert.

Der Wechsel an sich dürfte recht gut machbar sein, man kommt verhältnismäßig gut ran.
Vermutlich aber wohl mit Ausbau des HBZ und anschliessendem Entlüften der Bremsleitungen.
Am besten bei der Gelegenheit gleich die Bremsflüssigkeit mit wechseln.

Der Weg zu einer anderen HU-Stelle ist machbar, aber wer weiss was der Prüfer dann findet.
So hast du halt nen Mangelpunkt, der ist aber recht leicht und schnell behebbar.

Gruß Steffen

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Fr Jul 03, 2020 9:52 pm
von PeKu19550
Anderer TÜV nutz dir nichts, der ist mit dem Fehler im Netz

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Sa Jul 04, 2020 11:59 am
von Urnuckel
Na dann fahr ich halt zur GTÜ oder zur DEKRA. Da gibt es keine Vernetzung. Wer schon mal so ein Trum zerlegt hat wird feststellen, daß der Zylinder sehr dickwandig ist. Der gibt nicht von jetzt auf sofort den Geist auf. Ich würde den mit nem Pocketsandstrahler säubern und ordenlich mit Zinkfarbe behandeln. Blos nicht schleifen :klugscheisser: das schwächt den Stahl :klugscheisser: Schwarz lackiert und gutiss.

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Mo Aug 31, 2020 4:43 pm
von Colibri
Hallo,

aufgrund der Ferienzeit meine leider nun etwas verspätete Rückmeldung: Den Bremskraftverstärker hatte ich erfolgreich ausgebaut, überholt und wieder eingebaut. In diesem Zuge hatte ich gleich noch die Bremsflüssigkeit gewechselt.
Die Abnahme des überarbeiteten Bremskraftverstärkers beim Zweittermin der Hauptuntersuchung erfolgte beim selben Prüfer (!) beanstandungslos. HU-Plakette für die nächsten zwei Jahre erteilt. :d

Das einzige Problem und Frustration trat beim Entlüften aufgrund einer festgerosteten Entlüfterschraube auf (mehr dazu, siehe viewtopic.php?f=48&t=19163&p=132374#p132374.)
Durch diese Arbeit habe ich wieder einiges dazu gelernt. Auch haben wir einiges Geld gespart, denn der bei unserem Transit verbaute Bremskraftverstärker besitzt einen ABS-Sensor. Dieses Modell gibt es leider nicht ab 50€ in gutem, gebrauchten Zustand, sondern ab zirka 80€ zzgl. Versand in einem Zustand, der sich nicht wesentlich von meinem beanstandeten Bremskraftverstärker unterscheidet, nähmlich mit Rost. Über den Neupreis rede ich erst lieber gar nicht, da indiskutabel.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle nochmals an diejenigen, die mit konstruktiven Tipps und Hinweisen auf meine Anfrage reagierten!

Nachstehend Fotos und Notizen, die vielleicht anderen Hobbyschraubern helfen:
• Für den Ausbau (zwei Muttern) benötigt man eine etwas längere Nuss für die Ratsche (zirka 65mm Gesamtlänge) , die Arbeitshaltung ist etwas unbequem aber es geht zügig
• Die beiden Bremslichtschalter sind leicht trennbar und die Kabel können aus dem Arbeitsbereich gelegt werden
• Der Splint am Bremspedal lässt sich super mit zwei Flachspitzzangen entfernen und bei Einbau wieder einsetzen. Beim Einbau brauchte ich einen Helfer, der mich vom Fußraum her so dirigierte, dass der Bremskraftverstärker wieder an die am Bremspedal vorgesehene Stelle positioniert wird
• Der ABS-Sensor-Anschlusskabel lässt sich bequem per Stecker lösen
• Der Unterdruckschlauch muss mit etwas Kraft und Geduld abgezogen werden; es hilft hierbei etwas Vaseline-Spray – besonders beim Wiedereinsetzen
• Die Leitungen der beiden Bremskreise müssen vom Hauptbremszylinder gelöst werden, damit Platz zur Entnahme des Bremskraftverstärkers aus dem Motorraum entsteht
• Die Stopfen von neuen Bremszylindern passen in die beiden Öffnungen des Hauptbremszylinders und die Abdeckungen von Entlüftungsschrauben passen auf die Bremsleitungsenden, zusätzlich hatte ich noch abgeschnittene Finger von Latexhandschuhen mit Malerkrepp fixiert um noch besser abzudichten – allerdings hatte ich das System doch komplett geleert und mit frischer Bremsflüssigkeit versehen
• Weiterhin benötigt man einen nicht zu hohen Behälter der mit einem Lappen unter den geöffneten Bremskreis so positioniert wird, dass keine Bremsflüssigkeit auf Elemente im Motorraum tropft, eine flache Plastebox hat super funktioniert, musste dennoch zwischendurch geleert werden.
• Zum Überarbeiten des Bremskraftverstärkers habe ich alle Öffnungen des Bremskraftverstärkers vor Verschmutzung geschützt. Hierfür eigneten sich abgeschnittene Finger von Latexhandschuhen mit Malerkrepp fixiert und die Hauptöffnung wurde mit einem Deckel eines Flüssigwaschmittels (Spee, Weißer Riese) perfekt geschlossen
• Überarbeitung: Ablösen des Spezifikationsaufklebers mit einen Fön – vorsichtiges Abspachteln der Hitzefolie – Entrosten und Entfernen von loser Farbe mit Akkuschrauber und Drahtbürstenaufsätzen – Rostumwandler – Grundierung mit Rostschutz inkl. Oberflächenausgleich – schwarzer Mattlack – Aufkleben des Spezifiakationsaufklebers (ich hatte noch zweiseitiges Teppich-Klebeband)
• Einbau in umgekehrter Reihenfolge
• Auffüllen mit Bremsflüssigkeit
• Das Entlüften war grundsätzlich ok. Leider hatte ich hier ein unerwartetes und wirkliches Problem mit einer festgerosteten Entlüfterschrauber. Hier half nur Prellen und langes, langes, langes, langes Einwirken von Graphitlösung. Es hat die meiste Zeit von allem gekostet.

TS_brake-booster.jpg

Colibri

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Mo Aug 31, 2020 6:16 pm
von Reiry01
Auch hier Top mit viel Liebe gemacht man sieht gar nicht mehr die Mikrostruktur des Rostes super gemacht.
Gruß

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Mi Sep 02, 2020 6:38 am
von miguel
Ja, gut gemacht die Doku der Reparatur, das ist nicht so oft zu sehen.
Es sieht ja so aus, als ob die rostspuren nur da sind wo bremsflüsdigkeit am Gehäuse runtergelaufen ist. Mit Glück war da vor Jahre nur jemand unachtsam beim auffüllen.

Re: MK5: Keine HU-Plakette wegen Rostfilm am Bremskraftverstärker

Verfasst: Mi Sep 02, 2020 9:07 pm
von hamu
Gut gemacht, super dokumentiert. :up:

Viele Grüße
hamu